Wohltätigkeitskonzert des Heeresmusikkorps Kassel

Sinfonische Glanzleistung in Medebach (ein Bericht von Kerstin Neumann-Schnurbus)

Heeresmusikkorps brillierte mit fantastischen Musikern und anspruchsvollem Programm

Medebach. Eine stilvoll dekorierte und voll besetzte Schützenhalle und ein gut gelaunter und engagierter Dirigent waren am Mittwochabend Garanten dafür, dass das Benefizkonzert des Heeresmusikkorps zugunsten der Bürgerhilfe und der Medebacher Kindergärten ein großer Erfolg wurde. Der Musikzug Medebach hatte das weit über die Grenzen Deutschlands bekannte Orchester im Rahmen der Veranstaltungen zum 125- jährigen Jubiläums des Musikzuges eingeladen.

So konnten jetzt  die rund 700 Zuhörer einen breiten Bogen aus dem musikalischen Repertoire des Heeresmusikkorps unter Leitung von Hauptmann Tobias Terhardt (35) erleben. Das rund 50-köpfige Orchester präsentierte klassische und zeitgenössische Werke sowie Bearbeitungen aus dem Bereich der modernen Unterhaltungs- und der traditionellen Militärmusik. Im ersten Teil des Abends kam symphonisch-konzertante Musik zu Gehör, im zweiten Teil spannte sich der Bogen mehr hin zur Unterhaltungsmusik.

Den Auftakt des vielseitigen Reigens bildete ein typisch preußischer Marsch, der Kürassiermarsch „Großer Kurfürst“ von Walter von Simon, ganz nach dem Geschmack der Freunde der Militärmusik dem sich die eindrucksvolle Darbietung der Ouvertüre „Dichter und Bauer“ von Franz von Suppé anschloss. Spätestens da war jedem der Konzertbesucher klar, dass das Orchester mehr als nur Marschmusik, wie  „ Durchs Brandenburger Tor“ von Karl Blume  im Repertoire hat. Das belegte auch das berühmte „ Pantomime“ von Philip Sparke, bei dem der Solist Oberfeldwebel Dennis Pieper am Tenorhorn sein musikalisches Talent unter Beweis stellte und die Komposition „Bulgarische Tänze op. 35“ von Franco Cesarini, einer  Rhapsodie, bestehend aus mehreren Volksliedern, deren unregelmäßige Rhythmen und charakteristische Dissonanzen die Militärmusiker mühelos meisterten.

Im zweiten Teil entführte Terhardt die Besucher mit 12 kraftvollen Filmmusikarrangements aus den James Bond Filmen in die Welt des berühmten Geheimagenten. Neben dem Hugenottenmarsch und einem perfekt dargebotenem „ You raise me up“ mit Hauptfeldwebel Florian Bayer an der Solotrompete, zählte das Sinatra-Medley mit dem Solisten Hauptfeldwebel Markus Klöppner zu den Höhepunkten des abwechslungsreichen Abends. Stehend spendeten hierzu die Gäste Applaus und sangen spätestens bei „ I did it my way“ begeistert mit. Anschließend bedankten sich die Medebacher Musikerinnen und Musiker mit einem großen Korb sauerländischer Leckereien unter großem Applaus beim Heeresmusikkorps.

Für den Abschluss hatte das Korps noch den Marsch „Alte Kameraden“ gewählt und wollte sich mit dem Meisterstück des Militärmusikers Carl Teike verabschieden. Doch die Zuhörer bekundeten ihre Begeisterung mit stehenden Ovationen und wollten das Orchester noch nicht von der Bühne lassen. Nach dem Radetzky-Marsch fand das Konzert schließlich mit der Nationalhymne, in die viele Besucher gesanglich miteinstimmten, einen würdigen Abschluss.                                                                                                                                    

Die Konzertbesucher waren überwältigt vom Auftritt der Berufsmusiker, ihren  ausdrucksstarken Darbietungen und dem harmonischen Zusammenspiel der Register.  Das Orchester hat sich als musikalischer Botschafter des Heeres alle Ehre gemacht, Sympathien gewonnen und sich in die Herzen gespielt und ist so jederzeit wieder ein gern gesehener Gast in Medebach. kns…

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